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Ausbildung > Demographie – das Wundermittel zum Thema Ausbildungsmarkt?
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Demographie – das Wundermittel zum Thema Ausbildungsmarkt?
Der Wetterfrosch zum Thema Bevölkerungsentwicklung

Vertraut man den Prognosen zur Bevölkerungsentwicklung in Deutschland, wird sich das Lehrstellen-und Arbeitslosenproblem bald ganz von selbst lösen. Immer wieder liest man, dass Deutschland "aussterben" wird, dass es immer mehr alte und immer weniger junge Arbeitnehmer geben wird. Heißt das dann im Endeffekt nicht, dass wir in ein paar Jahren alle wieder einen sicheren Arbeitsplatz haben? Oder trügen die Zahlen?

Das Wundermittel gegen Jugendarbeitslosigkeit und fehlende Ausbildungsstellen heißt „demographische Entwicklung bzw. demographischer Wandel“.

Hoppla.

.... Die Zahlen des demographischen Wandels besagen, dass die Zahl der  Bevölkerung und damit die Zahl der jungen Menschen in Deutschland zurückgehen wird. Aha.

Je nachdem, wie viel bzw. wenig Nachwuchs in den nächsten Jahren in den Arbeitsmarkt drängt, d.h. desto mehr „Nachfrage“ nach Arbeitsplätzen einem entsprechendem oder nichtentsprechendem „Angebot“ gegenübersteht, sieht es gut oder weniger gut aus für deine Ausbildungs-, Studien- oder Arbeitsplatzsuche.


Und nach der momentanen Prognose sieht es in den nächsten Jahren gut für dich aus. D.h. die Konkurrenz um einen Ausbildungs-, Praktikums-, Studienplatz nimmt – den Zahlen des demographischen Wandels nach - ab und die Unternehmen müssten demgemäß jeden Bewerber mit Kusshand nehmen. Super, denkst du dir. Achtung: Nicht gleich, erst in ein paar Jahren.


Sehen wir uns doch das Thema der Demographie etwas näher an. Was heißt eigentlich Demographie?

Demographie ist die Beschreibung der wirtschafts- und sozialpolitischen Bevölkerungsbewegung und ein Teil der Bevölkerungslehre.


Glaubt man den Statistiken zur Bevölkerungsentwicklung, so hat man in ein paar Jahren als potentieller Auszubildender/Studierender gute Chancen. Die Ursache ist der ständige Geburtenrückgang (man kennt ja solche Schlagzeilen wie „Die Deutschen sterben aus“ etc.).

Denkst du jetzt, da brauche ich ja nur ein paar Jahre zu warten? Zu früh gefreut.

  1. Es handelt es sich um Prognosen. Das ist vielleicht so ein bisschen wie bei der Wettervorhersage. Die Statistiker sprechen daher auch lieber von Vorausberechnungen und davon, wie sich, bestimmte Annahmen zugrundegelegt, die Bevölkerungszahlen entwickeln würden.
  2. Bis es soweit ist, bist du verhungert.
  3. Diesen wunderbaren Nachrichten über einen möglichen von der Demographie prognostizierten Mangel der Unternehmen an potentiellen Auszubildenden/Studierenden steht gegenüber, dass die Unternehmen, gerade die großen, im Zuge der fortschreitenden Technologisierung immer weiter Stellen abbauen werden bzw. im Zuge der Globalisierung evtl. in andere europäische Länder gehen oder aber sich Mitarbeiter aus anderen EU-Staaten holen.

Unser Tipp lautet also: Einfach weiter machen wie bisher, d.h. beherzt Bewerbungen schreiben und initiativ werden.


Sieht man sich die Kennzahlen zum Thema Ausbildung an, stellt man fest, dass das Angebot an Ausbildungsstellen sich in der BRD von dem Jahr 2000 zu 2005 von 590.000 um 30.000 auf 560.000 reduziert hat.Der Anteil der unter 20jährigen betrug  im Jahr 2002 ca. 17,1, im Jahr 2004 16,7 Mio. und wird angeblich im Jahr 2010 15,1 Mio. (und 2050: 12,1 Mio.). betragen. Das ist selbst bis 2010 ein drastischer Rückgang.In beiderlei Hinsicht – a) was die Entwicklung auf dem Ausbildungsmarkt - aus der Sicht der Unternehmen - und b) was die Bevölkerungsentwicklung betrifft – keine erfreuliche Tendenz.Spannend wird die Frage werden, inwieweit diese unterschiedlichen Entwicklungen harmonieren.

Wer etwas tiefer in das Thema Demographie einstiegen will, hier ein paar weitere Fakten:

Das Institut für Bevölkerungsforschung. http://www.bib-demographie.de/indexf.html beim Statistischen Bundesamt veröffentlicht aktuelle Informationen dazu. Die 10. und aktuellste Vorausberechnung stammt aus dem Jahr 2003. Sie bietet verschiedene Varianten und bezieht sich auf den Zeitraum bis zum Jahr 2050.

Interessant ist das Thema allemal. In Hessen z.B. leben ca. 6 Millionen Menschen. Nach einer der Vorausberechnungsvarianten sind es 2050 nur noch 5,4 Mio. In Deutschland rechnet man im gleichen Zeitraum insgesamt von einem Bevölkerungsrückgang von 81 Mio. (max. Bevölkerungszahl) auf 67 Mio. (minimale Bevölkerungszahl); die Annahme bei der mittleren Bevölkerungszahl legt im Jahr 2050 75 Mio. zugrunde).

Das bedeutet u.a., dass sich der Anteil der Berufstätigen reduzieren wird. Und es  bedeutet, dass die Zahl der Schüler und der Berufsanfänger zurückgehen wird. Der Jugendquotient lag 2000 bei 38 und reduziert sich nach der mittleren Variante 5 der Vorausberechnung auf 34 (Kurze Erläuterung: Jugend= unter 20jährige, Quotient= x von 100 Personen), d.h. in diesem eben genannten Fall reduziert sich der Anteil der unter 20jährigen von insgesamt jeweils 100 Personen von 38 im Jahr 2000 auf 34 im Jahr 2050. Wer es noch etwas genauer wissen möchte: die Zahl der 16-18 jährigen würde bei dieser Berechnungsvariante bis 2050 zurückgehen auf ca. 1.800.000, die Zahl der 25-29jährigen z.B. von 5.000.000 auf 4.000.000. Dass im Gegenzug die Zahl der Älteren ansteigt, ist oft genug Thema in der Presse, der Anteil der über 60jährigen wird von 24 auf 38% angestiegen sein.Die Zahlen für Zu- und Abwanderung aus und nach Deutschland sind den  Zahlen nach positiv für Deutschland, d.h. die Zahl der Zuwanderer überwiegt – das nennt man dann einen positiven Wanderungssaldo – allerdings sind diese Zahlen nicht ausreichend, um eine bevölkerungsstatisch gesehen wünschenswerte Veränderung zu erzielen.

Was sagt uns die Demographie noch?
Die demographischen Zahlen beinhalten z.B. die Geburtenziffern in Gesamtdeutschland, aber auch pro Bundesland. Sie verfolgt und berechnet die Zahlen der Erwerbstätigen, der Arbeitslosen voraus. Sie berechnet die Zu- und Abwanderer , Lebenserwartungen, Zahl der Schulanfänger und –abgänger etc. um nur einige Beispiele zu nennen. Es werden weiterhin Vergleiche angestellt zu anderen Ländern.

Das war ein kurzer Exkurs in das für deine Zukunft durchaus relevante Thema "Demographie". Ich hoffe, du bist neugierig geworden.

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Erstelldatum des Artikels: 29.05.2006, letzte Aktualisierung am: 18.04.2010

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