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Claudia Kissinger Claudia Kissinger


Staatstheater Darmstadt Ausbildung: Schauwerbegestalterin Tätigkeit: Theatermalerin im Staatstheater Darmstadt http://www.staatstheather-darmstadt.de

Über die Firma/Institution

Das Staatstheater Darmstadt hat eine lange, bewegte Geschichte hinter sich. So begann man zum Beispiel 1670 in einem umfunktionierten Reitstall, Komödien zu spielen. Im Jahre 1972 wurde dann das Staatstheater Darmstadt so fertig gestellt,  wie es die meisten von uns heute kennen.   

BühnenmalerInnen und BühnenplastikerInnen arbeiten nach den Ideen(-vorlagen) der Regie und der Bühnenbildner. Bei der Umsetzung der Entwürfe dürfen dann aber der/die BühnenmalerIn/ und der/die BühnenplastikerIn ihrer Kreativität freien Lauf lassen.

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Zuletzt aktualisiert: 30.08.2010 | Druckansicht | http://www.boyng.de/5806

Bühnenmalerin / Bühnenmaler, Bühnenplastikerin / Bühnenplastiker - Fachrichtung Malerei: Ausbildung und Berufsalltag (Staatstheater Darmstadt)
Der Jobreport - Mit Jobinterview und JOEYJobtest

Bühnenmaler(innen) und Bühnenplastiker(innen) sind durch ihre handwerklich - künstlerische Tätigkeit entscheidend am Erfolg einer (Theater-/ Film-/Fernseh-/ Messe-) Inszenierung beteiligt. Sie führen durch ihre Kunst am Bühnenbild das Publikum in eine andere Epoche, eine andere Kultur und an einen anderen Ort. Das Kunsthandwerk schafft durch Imitation die perfekte Illusion.

Exemplarischer Tagesablauf einer Auszubildenden, Rahel (24)

Rahel, 3. Ausbildungsjahr
8:00 Uhr: Ich komme zur Arbeit im Staatstheater Darmstadt. Mein Arbeitsort ist der Malsaal, von denen wir zwei Stück haben. Jeden Morgen beginne ich mit dem Übungszeichnen, das ca. eine Stunde lang dauert. Dafür suche ich mir eine Malvorlage und ein Arbeitsmittel (hier: Kohle) aus. Wir lernen es, immer großflächiger zu malen. Deshalb auch die enorme Verlängerung am Kohlestück.

Übungszeichnung
9:00 Uhr: Ich suche eine neue Malvorlage und kopiere sie mir am Farbkopierer.

10:00 Uhr: Diese Vorlage wird in einen Maßstab 1 : 20 angelegt. Jetzt tackere ich Stoff (Nessel) auf Folie und richte eine Grundierung an.

11:00 Uhr: Wenn die Grundierung fertig ist, wird sie mit einer Windmaschine getrocknet.

11:10 Uhr: Jetzt werden die Farben nach der originalen Farbvorlage gemischt. Dazu gehe ich in unsere Farbküche, in der die unterschiedlichsten Farben aufbewahrt werden. 

Pause
12:00 Uhr: Mittagspause  

12:30 Uhr: Die getrocknete Nessel wird jetzt mit einer Schnur aufgerastert und mit Kohlestäben bemalt.

16:45 Uhr: Arbeitsschluss

Morgen werde ich unser Bühnenbild mit flammengeschützten Papier bearbeiten. Dazu muss man das Papier und das Bodentuch mit Kleister bestreichen. Dieser Vorgang ist recht eintönig und wird einmal wiederholt. Trotzdem ist dieser Arbeitsvorgang sehr wichtig.


Im Staatstheater Darmstadt laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren


Die Arbeit an einer laufenden Produktion

Arbeit mit Bürsten
Eine neue Theaterinszenierung, "Die Krönung der Poppea" steht für Ende Januar 2006 auf dem Spielplan des Staatstheaters Darmstadt. Hinter den Kulissen - und für das Publikum nicht sichtbar - laufen die Vorbereitungen für dieses Stück bereits im November auf Hochtouren. Die Schauspieler studieren ihre Texte, der Regisseur beobachtet und leitet die Szenerie, der Bühnenbildner entwirft die entsprechende Kulisse und die Werkstätten "werkeln" am Bühnenaufbau. 

Auch für den Bühnenmaler/ die Bühnenmalerin bedeutet dies, dass die Arbeit für die -insgesamt 16 Szenenbilder-, im vollen Gange sind. Obwohl nur ein Bühnenbild tatsächlich gemalt wird (die anderen werden in der Werkstatt für Holzarbeiten gefertigt, oder teilweise in auswärtigen Druckereien "geplottert"), ist der Aufwand enorm.

Zunächst entwerfen die Bühnenbildner, in Absprache mit der Regie, die ersten Entwürfe für die entsprechenden Bühnenbilder. Diese werden dann den Bühnenmalern als erste Ideen-Vorlage auf den Tisch gelegt. Der/ die Bühnenmaler(in) wandelt diese Computervorlage mit der Hand so um, dass ein maßstabsgetreuer zweiter Entwurf entsteht, den man später einfach besser umsetzen kann.

An dieser Stelle beginnen nun die Aufgaben der neun, im Staatstheater Darmstadt beschäftigten, Bühnenmaler/ Bühnenmalerinen, von denen nur eine mit der Fachrichtung Plastik ausgebildet ist. So müssen zum Beispiel die Fluchtpunkte bearbeitet, bzw. die  Details klarer konstruiert werden. Jeder Bühnenmaler/ in hat dabei seine ganz individuelle Vorgehensweise. Manche gehen bereits bei dem Entwurf sehr ins Detail. Mit dem Computer arbeiten wir Theatermaler (alte Berufsbezeichnung für den seit dem Jahr 2000 geltenden Namen des/ der BühnenmalerIn) der älteren Generation eher nicht. Die jungen Auszubildenden lernen jetzt aber schon den Umgang mit dem Computer in der Berufsschule. Trotzdem ist der Computerentwurf bei uns noch nicht Gang und Gebe.

Ein "Prospekt"
Nach der Fertigstellung des maßstabsgetreuen Entwurfes, beginnt die Umsetzung und somit die eigentliche Herausforderung. Man arbeitet auf dem Prospekt, so heißt die riesige Malunterlage für die Bühnenmaler, jetzt großflächig. Diese Vorgehensweise ist mit viel Übung verbunden, weil es sehr schwierig ist, dabei den Überblick zu behalten.

Die eigentliche Kreativität des Bühnenmalers/ der Bühnenmalerin besteht darin, die Vorlage des Bühnenbildners so umzusetzen, dass das optimale Ergebnis erzielt wird, noch besser als die eigentliche VorlageDabei muss man immer neue Ideen und Lösungswege finden. In diesem Beruf lernt man nie aus. Man muss ständig beobachten und sieht manche Dinge auf einmal mit ganz anderen Augen.


Ein Beispiel ist ein Bühnenbild, auf dem Hochhäuser dargestellt werden sollten. Aus diesem Zweck fuhr ich nach Frankfurt und schaute mich dort genauestens um. Die Häuser erschienen mir mit einem Mal aus einem ganz anderen Blickwinkel.

Im Malsaal

Eine Frage stellt sich auch immer zu den Kosten des Materials, das man verwendet. Es darf, außer das es nicht zu kompliziert zu bearbeiten sein darf, auch nicht zu teuer sein, da das Bühnenbild in den meisten Fällen nur eine Saison halten muss (Ausnahme sind die Dauerbrenner, wie zum Beispiel Hänsel und Gretel. Für dieses Stück musste das Bühnenbild fünf Jahre halten!). Ein Stein wird im Theater aus Styropor und entsprechendem Farbauftrag hergestellt, eine typische 70- er Jahre "olle" Badezimmerfliesenwand aus Holz. Manchmal kommt es sogar vor, dass man sich sein Werkzeug selber erzeugt (so zum Beispiel spezielle Pinsel, Schablonen, usw.).

Die verschiedenen Arbeitstechniken (wie zum Beispiel: Lackiertechnik, Schablonentechnik, Plastizieren, etc), sollten so gut es geht schon in der Berufsvorbereitungszeit erlernt werden. An teuren, "zeitaufwändigen" Fortbildungskursen, nimmt man erfahrungsgemäß nur selten teil. 


Bei der Planung eines Bühnenbildes versucht man immer, die verschiedenen Perspektiven der Zuschauerplätze zu berücksichtigen. Leider ist es nicht grundsätzlich möglich, die Sichtbarkeit der Details auch allen gleichermaßen zugänglich zu machen

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In der Farbküche
Die Farben werden im Staatstheater Darmstadt generell alle selbst gemischt (aus diesem Grund darf ein Bühnenmaler in der Regel auch nicht an Farbenblindheit leiden). Sie befinden sich im "Herzstück" des Malsaals in der so genannten Farbküche. 

Zwei Wochen vor der Premiere der "Krönung der Poppea", ist es dann so weit. Jetzt folgen die ersten Proben, inklusive der gesamten technischen Ausrüstung. Dazu gehört natürlich auch das fertige Bühnenbild. Hier wird geschaut, ob alles den Vorstellungen der Regie entspricht. Für die Arbeit des Bühnenmalers bedeutet es, dass kleine Korrekturen noch vorgenommen werden können. Selten, aber manchmal kommt es eben vor, muss sogar die Verkleidung neu gestrichen werden, weil sie selbst in Abstimmung mit der Beleuchtung nicht den gewünschten Effekt erzielt.

Wenn dann schließlich die Aufführung inszeniert wird, lassen es sich die Bühnenmaler nicht nehmen, noch einmal ihr Werk aus den Publikumsrängen zu betrachten. Eigentlich kommt es einer Begutachtung gleich, weil ihnen immer noch kleine Korrekturmöglichkeiten auffallen. Trotzdem sind sie meistens stolz auf das, was sie mit viel Liebe geschaffen haben und müssen es im Laufe der Zeit erst lernen, sich von diesen Werken dann wieder zu trennen.

Interview und Text: Sandra Berlieb (Red)

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Erstelldatum des Artikels: 19.11.2005, letzte Aktualisierung am: 30.08.2010

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nicht lesenswertgeht grade somittelmäßigguter Artikelsehr guter und informativer Artikel

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