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Gesundheits- und Krankenpfleger / Gesundheits- und Krankenpflegerin: Ausbildung und Berufsalltag (Klinikum Darmstadt)
Der Jobreport: Mit Jobinterview und JOEYJobtest
Du möchtest kranken Menschen helfen, wieder gesund zu werden? Gesundheits- und Krankenpfleger / -pflegerinnen arbeiten in Krankenhäusern oder auch bei ambulanten Pflegediensten. Sie sorgen dafür, dass alles rund um den Kranken gut organisiert ist. Sie verabreichen nach Anweisung des Arztes / der Ärztin Medikamente (auch Spritzen), beteiligen sich an der Diagnose von Krankheiten, machen Verbände und sorgen für Hygiene. (Der alte Beruf Krankenschwester / Krankenpfleger ist seit 2004 aufgehoben.)
Schilderung von Maria, drittes Ausbildungsjahr (Gynäkologische Abteilung)
Spätdienst: Ich komme zum Spätdienst. Die Stechuhr zeigt 12.58 Uhr an, ich kann mich also in Ruhe umziehen.
Die Übergabe, bei der die Geschehnisse des heutigen Tages von der Frühschicht geschildert wird, dauert eine Stunde. Bei einer Tasse Tee/Kaffee erfahren ich und zwei Gesundheits- und Krankenpflegerinnen alles Aktuelle über die Patienten und die Station. Wir können uns in Ruhe auf den Dienst einstellen.
Nun werden die Bereiche verteilt. Ich kann heute 3 von 13 Zimmern selbstständig betreuen. (Bei Fragen sind - logo- die beiden Schwestern für mich da.
Ich mache mich ans Kaffee austeilen - gute Gelegenheit, um neu aufgenommene Patientinnen kennenzulernen und mich ihnen vorzustellen.
Alle 2 Stunden muss ich die Vitalzeichen (Puls, Blutdruck, Temperatur) der Frisch-Operierten überprüfen (darf ich nicht vergessen).
Eine schwangere Frau klingelt: Ihre letzte Infusion ist durchgelaufen. Ich entferne ihren venösen Zugang. Eine frisch operierte Patientin (Kaiserschnitt) benötigt ein Steckbecken. Ich unterstütze sie bei der Benutzung und sorge für ein hygienisches Handling.
Bevor ich den Wäschewagen auffülle, verabreiche ich eine intramuskuläre Injektion (unter Aufsicht der Schwestern), ist meine dritte in dieser Ausbildung - hätte ich mir vor einem Jahr noch nicht zugetraut.
Ich begleite eine andere Patientin zur Toilette. Einer jungen Patientin wird morgen die Gebärmutter entfernt. Sie wird von mir im Genitalbereich rasiert und bekommt später von mir einen Darmeinlauf zum Abführen verabreicht.
Klar, dass das nicht unbedingt als angenehm empfunden wird. Ich kläre die Patientin über den Sinn und Ablauf auf (Einfühlsamkeit und Kompetenz sind gefragt). Außerdem bringe ich ihr die Kleidung für die OP, welche sie am nächsten Morgen anziehen muss. Ich setze mich einige Minuten zu ihr und spreche mit ihr. Für solche Gespräche bleibt im Frühdienst selten Zeit.
Jetzt wird es Zeit für die nächsten Vitalzeichenkontrollen und deren Dokumentation.
Nachdem ich um ca. 17.30 Uhr das Abendessen (und dazugehörige Medikamente) ausgeteilt habe, machen wir 3 Kollegen Pause. Die Tabletts werden dann wieder eingesammelt.
Eine neue "Patientin" kommt auf Station (soeben entbunden). Ich gratuliere ihr und ihrem Ehemann, lege eine neue Dokumentationsakte für sie an und führe mit ihr das Aufnahmegespräch (Name, Adresse, Allergien etc.) Ich erläutere ihr den Stationsablauf und führe den Mann kurz über Station.
Um ca. 19.00 Uhr besuche ich nochmals alle "meine" Patienten- quasi letzter Rundgang - . Einige stehen nun postoperativ zum ersten Mal auf. Ich unterstütze sie bei der Mobilisation ans Waschbecken (Wichtig: Kreislauf-stabil?!)
Ich verabreiche Anti-Thrombose-Spritzen, bringe den bettlägerigen Patientinnen die Waschutensilien ans Bett und helfe ihnen ggf. bei der Körperpflege, achte auf tiefes Durchatmen, auf saubere Bettwäsche etc.
Anschließend schreibe ich für jeden Patienten den Spätdienstbericht. Die Schwester kontrolliert und zeichnet ab. Bei der Übergabe um ca 20.30 Uhr gebe ich die Fakten an den Nachtdienst weiter. Jetzt freue ich mich auf den Feierabend und über die Tatsache, dass ich morgen wieder ausschlafen kann.
Exemplarischer Berufsalltag einer Krankenpflegeschülerin
7.00 Uhr Eine andere Gesundheits- und Krankenpflegerin und ich gehen Betten machen, eine spritzt Medikamente und stöpselt die Infusionen der Nacht ab. Bei den DiabetikerInnen wird der Blutzucker bestimmt, in dem man ihnen in den Finger piekst und den Bluttropfen untersucht. Sie bekommen eine halbe Stunde vor dem Frühstück ihr Insulin gespritzt.
Die Visite geht los. Jede/r Gesundheits- und Krankenpflegerin / -pfleger begleitet die Ärzte in ihrem Bereich, nimmt Anordnungen entgegen, beispielsweise neue Medikamentengabe oder eine andere Dosis, etc.
Dann wird das Frühstück ausgeteilt.
Die PatienIinnen, die zur ambulanten Operation kommen, werden über die Behandlung informiert. Zunächst bekommen sie eine so genannte OP-Wäsche, werden anschließend auf eine Trage gelegt und bekommen ein Medikament zur Vorbereitung auf die Operation.
8.00 Uhr Das Frühstück wird abgeräumt. Der/die erste Patient/in zur ambulanten Operation wird in den Operationssaal gefahren.
Die ersten Neuzugänge kommen und werden von einer Krankenschwester oder einem Krankenpfleger aufgenommen. Sie bekommen die Station gezeigt.
Die Chemotherapie-PatientInnen kommen, die Infusionen werden gerichtet und vom Arzt angehängt.
PatientInnen, die entlassen werden sollen, werden zur Abschlussuntersuchung geschickt. Die Untersuchungsbefunde werden ins Arztzimmer zum Diktieren gelegt.
Die ambulanten Patientinnen sollen eigentlich nach der Punktion bald nach Hause gehen Gibt es jedoch Komplikationen, muss der Kreislauf überwacht werden, evtl. der Einlauf von Infusionen überwacht werden.
Die Zimmer von großen OP´s werden gerichtet und das Protokoll zur Kreislaufüberwachung bereitgelegt. Die Visite wird ausgearbeitet (angeordnete Medikamente eingetragen, Untersuchungen angemeldet, Labor gerichtet).
10.00 Uhr Endlich Pause
10.30 Uhr Die Verbände der PatientInnen werden gewechselt, Infusionen gerichtet und angehängt und wenn nötig, bekommen Patientinnen Hilfe beim Duschen. Bei manchen PatientInnen müssen Katheter gezogen werden.
Bei allen PatientInnen wird der Puls und die Temperatur gemessen, die Werte werden in die Kurve eingetragen. PatientInnen, die längere Zeit nicht abgeführt haben (z.B. nach OP´s) bekommen einen Einlauf (klysma).
Operierte PatientInnen werden aus dem Aufwachraum abgeholt und 2-stündlich überwacht (Vitalzeichenkontrolle/ Blutungskontrolle/ Kontrolle der Urinausscheidung/ Überwachung der Schmerztherapie).
Die Übergabe findet nicht nur in mündlicher Form statt. Es wird von jedem eine schriftliche Akte angelegt, bei der alle wichtigen Daten und Besonderheiten eines jeden Patienten/ einer jeden Patientin dokumentiert wird. Dabei werden auch die PatientInnen nach dem jeweiligen Pflegeaufwand eingestuft. Pflegestandards werden abgezeichnet.
Vor dem Mittagessen muss bei den Diabetikern noch einmal der Blutzucker bestimmt und das Insulin gespritzt werden.
12.00 Uhr Das Mittagessen wird ausgeteilt Bestellungen aus der Apotheke werden einsortiert, das Stationszimmer aufgeräumt Das Mittagessen wird abgeräumt Katheter und andere Ableitungen (z.B. Drainagen) werden überprüft und die Beutel geleert. Anstehende intra muskuläre Injektionen werden verabreicht.
13.00 - 14.00 Uhr Übergabe an die Kolleginnen des Spätdienstes.
Erstelldatum des Artikels: 08.12.2005, letzte Aktualisierung am: 03.04.2010
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