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Zwischen Sex und Zahnspange - "Pubertät"
Das klingt nicht nur ätzend, es fühlt sich manchmal auch so an. Es ist schon unglaublich, was da im eigenen Körper abgeht: Eben noch Kind und bald schon reif wie eine erwachsene Frau bzw. ein erwachsener Mann. Bartwuchs, Busen, Stimmbruch und Regelblutung.
Der erste Kuss, echter Sex oder Kuscheln mit der besten Freundin. Ständig Stress in der Schule und zu Hause. Mithalten in der Clique und ständig das Gefühl zu wenig Zeit für sich alleine zu haben. Da geht ganz schön was ab.
„Ich habe mich irgendwie verändert. Zurzeit bin ich zum Beispiel echt vergesslich, das war ich früher nicht. Letztens habe ich zwei Freunden gleichzeitig versprochen, dass ich mich an einem Geschenk beteilige. Einfach schusselig. Ich vergesse Namen, Absprachen, Verabredungen. Das nervt auch meine Mutter.“, sagt Max, 14 Jahre. „Oft habe ich starke Stimmungsschwankungen. Ich denke viel nach, auch über den Tod. Manchmal, wenn ich Ärger mit jemandem habe, bin ich so unglücklich, dann haue ich mich ins Bett, ziehe mir die Decke über dem Kopf und denke, ach, wenn ich tot wäre, wäre das alles vorbei.“, beschreibt Miriam, 13 Jahre ihre Situation.
Die klassische Psychologie erklärt die Pubertät als Zeit, in der sich Jugendliche von den Eltern lösen und eine eigene Identität aufbauen. Krisen und Konflikte gehören dazu; die „Alten“ ruppig abzufertigen oder mit Verachtung zu strafen ist normale Begleiterscheinung des Sich-Abgrenzens. Gleichzeitig bleibt ein großes Bedürfnis nach Zuspruch und Nähe, das Eltern wie Teenies häufig verwirrt.
„Ich habe mich in den letzten Jahren körperlich entwickelt, das fing mit elf an. Den ersten BH, den ich mit Mama gekauft habe, hatte ich dann allerdings nie an, weil die Jungs der Klasse es gerade toll fanden, die BHs aufzumachen. So was kann ich alles mit meiner Mutter besprechen.“, erzählt Yvonne, 14 Jahre.
Was aber steckt biologisch gesehen hinter diesen Wandlungen? Früher erklärte man die Verdrehtheiten von Jugendlichen einzig und allein mit Hormonschüben. Heute weiß man, dass auch das Gehirn wie der ganze Körper sich in diesem Lebensabschnitt in einer enormen Aus- und Umbauphase befindet. Ihr Teenager wisst womöglich tatsächlich nicht immer, was ihr tut. Teile der Großhirnrinde werden während der Pubertät heftig modelliert. Das hat möglicherweise direkte Auswirkungen auf euer Verhalten.
Matthias, 14 Jahre: „In der Schule ist bei mir zurzeit Tiefgang. Seit ich in der 8.Klasse bin, geht´s ziemlich bergab. Und zu Hause gibt´s deswegen Zoff: Ich sage, die Hausaufgaben sind okay so, meine Mutter sagt, das sind sie überhaupt nicht. Wenn sie mich anpampt, pampe ich zurück. Eigentlich ist mir die Schule schon wichtig, darauf baut sich das ganze Leben auf, aber meine Mutter sieht das zu verbissen...“.
Manche Forscher warnen aber auch vor vorschnellen Schlüssen und betonen, dass die meisten Probleme entstehen, weil die Angst „aus der Norm zu fallen“ unglaublich groß ist. Die Pubertät sei eine Art zweite Geburt vor unser aller Augen und Ohren, nur diesmal ohne Nabelschnur. Was euch wie eure ganz persönliches Problem erscheint, gehört offensichtlich zu eurem Alter dazu und betrifft auf die eine oder andere Art alle die da durch mussten oder müssen.
Wie wär´s, wenn die Stimmung nach dem nächsten Zoff etwas abgekühlter ist fragt mal eure Eltern, wie sie sich denn damals gefühlt haben. Welchen Mist sie angestellt haben und was sie an ihren Eltern am meisten abgenervt hat!!!
Vielleicht habt ihr auch noch Fragen oder erlebt das alles ganz entspannt. Es interessiert mich, was ihr dazu zu sagen habt.
Ich freu mich über eure Mails!
Erstelldatum des Artikels: 12.08.2004, letzte Aktualisierung am: 21.01.2010
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